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Hinweise für Reiter

Pferde sind Fluchttiere

Für den Reiter heißt das, dass

  • man sich Pferden nicht von hinten nähert, ohne sich bemerkbar zu machen,
  • man vermeiden sollte, das Pferd außerhalb der Box ohne Aufsicht zu lassen, auch wenn es angebunden ist,
  • man den sicheren und schnell lösbaren Anbindeknoten verwendet,
  • die Pferde kurz angebunden werden, damit sie nicht auf oder über den Strick treten können,
  • alles von der Anbindestelle entfernt wird, an dem das Pferd hängenbleiben oder hineintreten könnte,
  • man sich keinen Strick um Finger oder Hand wickelt – dies bedeutet ein hohes Verletzungsrisiko,
  • man immer außerhalb der Reichweite der Hufe arbeitet, um nicht getreten oder getroffen zu werden,
  • nichts am Pferd herunterhängen (Ausbinder?, Zügel?) oder verrutschen (Sattel?) können sollte.

Pferde sind Herdentiere

Für den Reiter heißt das, dass

  • sollte man ein Pferd vom Paddock holen müssen, man nie ein einzelnes Tier ohne Gesellschaft zurück lässt,
  • man bei einem angebundenen, aufgeregten Pferd, den Strick löst, um keine Panik aufkommen zu lassen,
  • man ein Pferd niemals an einer Tür anbindet – im Panikfall kann es diese aus der Verankerung reißen,
  • man beim Reiten jederzeit aufmerksam sein muss, um dieses Verhalten durch Hilfengebung zu unterbinden,
  • man auf der Mittellinie aufmarschiert, um die Beruhigung der Situation abzuwarten,
  • man beruhigend auf sein Pferd einwirkt und mit ihm spricht,
  • man bei einem freilaufenden Pferd im Unterricht wartet, bis es sich wieder beruhigt hat und
  • ihm dann langsam entgegenkommt, um den Zügel zu fassen.

Pferde sind Pflanzen- und Dauerfresser

Dies bedeutet

  • bitte Futter-Belohnungen außerhalb der Sicht der Pferde abstellen, andernfalls werden diese unruhig,
  • bitte nur nach dem Reiten füttern, Pferde können sich verschlucken, wenn sie die Trense im Maul haben,
  • bitte nur kleine Portionen mitbringen, unsere Fütterung ist genau auf die Arbeitsleistung des Pferdes eingestellt,
  • unsere Pferde freuen sich insbesondere über gesunde Leckereien, wie Möhren oder einzelne Äpfel/ Bananen.

Pferde leben in einer Rangordnung

Für den Reiter bedeutet das, dass

  • man das Pferd immer am kurz angefassten Strick führt, um sich besser durchsetzen zu können,
  • ein klares, lautes “Nein!” und ein Ruck am Strick manchmal Wunder wirkt,
  • man Pferde nur mit ausreichendem Abstand nebeneinander anbindet, um Rangeleien zu vermeiden,
  • man auch beim Reiten ausreichend Abstand zu anderen Pferden hält – nach vorne und zur Seite,
  • man, wenn man Hilfe braucht, auch gerne mal das Stallpersonal darum bitten darf.

Ein Pferd testet die Rangordnung z.B. durch folgende Verhaltensweisen:

  • Es schnappt nach dem Reiter,
  • es knabbert an der Jacke herum,
  • es hampelt beim Putzen herum oder will die Hufe nicht geben,
  • es will sich nicht satteln oder trensen lassen,
  • es versucht beim Führen, vor dem Reiter zu laufen – soll aber auf Schulterhöhe des Reiters sein,
  • es versucht, sich neben dem Reiter durch die Tür der Box zu drängeln.

Auch beim Reiten wird das Pferd zuweilen versuchen, sich über die Rangordnung Gewissheit zu verschaffen, indem es manchen Hilfen nicht nachkommt, obwohl man möglicherweise alles richtig gemacht hat. Kein Pferd wird seinen Reiter absichtlich ärgern oder ihn vorführen wollen. Es ist ihr natürliches Verhalten den Rang feststellen zu wollen. In solchen Situationen wird der Reitlehrer dabei helfen, dass man lernt, sich geeignet durchzusetzen.

Grundsätzlich gilt aber im Umgang mit Pferden
“Vertrauen ist der Anfang von allem”.
Wenn wir uns für das Pferd fair und berechenbar verhalten und es obendrein Zuwendung von uns erhält, wird es sehr Vieles freiwillig für uns tun.

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