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Geschichte

Das Gelände am Riemeisterfenn – Onkel-Toms-Hütte hat als „Pferdeland“ eine lange Tradition.

Es begann 1884 mit der Genehmigung zum Bau eines Wirtschaftshauses und eines massiven Stalles durch das Königliche Amt Zehlendorf. Im Teltower Kreisblatt vom 14. April 1885 wurde dann schon über ein neu erbautes Restaurant als Zwischenstation zwischen Paulsborn und Fischerhütte berichtet. Das „Wirtshaus Riemeister“ war eine mit Stroh bedeckte Holzhalle nebst Kaffeegarten, die im Volksmund bald den Namen „Onkel-Toms-Hütte“ bekam. Zusätzlich existierte ein Stall für 15 Pferde und eine Kutscherstube. Onkel-Toms-Hütte wurde beliebtes Ziel von Ausflügen mit der Kutsche und Ausgangspunkt von Ritten in denGrunewald. Aal grün mit Gurkensalat kosteten 125 Pfennig, Wasser zum Kaffeekochen 10 Pfennig.

1925 ließ Graf Görtz nach italienischem Vorbild zur Einführung und Erprobung des neuen Springstils des Italieners Frederico Caprilli bei Onkel-Toms-Hütte, teils dort, wo heute die Rodelbahn ist, eine Galoppierbahn sowie eine Jagdbahn und einen Übungsplatz jeweils mit Hindernissen errichten. Auf diesem Gelände fanden die Qualifikation der Militaryreiter für die Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam. Hier trainierten sie auch (Krokotsch 1991).

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verwahrloste das Gelände mehr und mehr. In den ehemaligen Stallungen entstand eine kleine Reitschule. Pächter Wölk übernahm das Restaurant. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel wurde am 19. März 1965 das Land Berlin Eigentümer des Geländes.

Nach Zustimmung der Bezirksverordnetenversammlung und Vertrag mit Pächter Broschk wurde die Reitanlage am 1. Oktober 1965 von Günther Huhn, dem Initiator der Reitsportschule OTH, und seinen Mitstreitern übernommen. 8 Pferde, 2 Pfleger, 1 Büromitarbeiter und 1 Reitlehrer und 1 Bereiter wurden tätig.

Die alten Gebäude wurden abgerissen, die Pferde, zunächst 8, dann 12 und etwas später schon 25, wurden in einem Zelt untergebracht. Es entstanden nach und nach eine 25 m x 65 m große Reithalle, ein 35 m x 75 m großer Außenplatz, ein Springplatz, eine kleine Geländestrecke, ein Stall für ca. 100 Pferde und ein Krankenstall für 6 Pferde. Die große Einweihung war trotz vieler Querelen mit den Anliegern und der Bürokratie schon 1967. 1969/1970 kam dann das Casino mit Blick in die Reithalle hinzu.

Schon 1970 brachte die OTH unter der Federführung von Günther Huhn das „Therapeutische Reiten“ nach Berlin. Nach einem zweijährigen Versuch in der OTH erkannte der Berliner Senat diese Hilfe für behinderte Kinder als therapeutische Maßnahme an. Sie wird jeden Montag von Frau Winkler und der Elterninitiative „Therapeutisches Reiten“ durchgeführt.

1978 wurde das ehemalige Restaurant Onkel-Toms-Hütte wegen Baufälligkeit abgerissen. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder umgebaut und Bestehendes erweitert und verbessert. 1995/1996 verschwanden die Ständer im Stallbereich. Sie wurden in geräumige Boxen verwandelt. So haben nun auch die Vereinspferde mehr Platz. Die Reithalle bekam ein neues lichteres Aussehen mit großen Fenstern.

Literatur: Krokotsch, B. (1991): Tierhaltung und Veterinärmedizin im Berlin des 19. und 20. Jahrhunderts – Eine Spurensicherung.- Wissenschaft und Stadt, Band 17: 1-450. (Kolloquium Verlag Berlin)

Die erste Reithalle